MS | TSV Cossebaude vs. VSM 99 Nord 4:5

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as Auswärtsspiel beim TSV Cossebaude sollte ein bemerkenswertes Spiel werden und wohl für immer in die Chronik beider Vereine eingehen. Nach ca. 60 Minuten führte die Heimmanschaft deutlich mit 4:0.  Doch nach einer unglaublichen Schlussphase ging der Gast als Sieger vom Platz.

Viele Absagen zu diesem Montagsspiel verlangten mir einiges ab eine entsprechende Aufstellung zu finden. Abwehr umgekrempelt, Mittelfeld durcheinander gewirbelt und Tom zu Robert in den Sturm. Wie das klappen sollte? Ich vertraute auf meine Jungs entsprechend der Spielsituationen zu reagieren, Positionen zu wechseln.

Die ersten Minuten zeigten gleich deutlich unsere technische überlegenheit. Das Spielgerät lief gut durch die eigenen Reihen. Nur war da ein Hausherr der mit Kind und Kegel verteidigte, kein Raum zuließ und uns zu vielen schlechten Aktionen zwang. Selbst nur ein "Kick and Rush" darbot. Leider die Hintermannschaft vor große Probleme stellte. Der zeitige Rückstand nach 11 Minute aus sehr klarer Abseitsposition die Folge davon. Was zeigten wir? Ansehnlichen Fußball, gute Ballstafetten ohne den finalen Pass. Teilweise sehr umständlich, zu viel durch die Mitte und Distanzschüssen ohne Wirkung, weil eben Ball und Untergrund dies einfach nicht zu ließen. Es kam noch schlimmer. Die Abwehr ein Torso, nicht nah genug am Gegner, Jeder Konter des Gastgebers Alarmstufe ROT! Die zweite Kiste vorprogrammiert. Natürlich kämpften ALLE, es fehlte die Konzentration einfache Bälle zum Mitspieler zu bringen und viel zu viel Gewusel. Nichts Durchdachtes ließ viele Tormöglichkeiten im Ansatz ersticken. Im Bemühen den Anschlusstreffer zu erzielen immer wieder diese Nadelstiche die wirklich sehr weh taten. Halbzeit.

Das ich einen dicken Hals hatte brauche ich wohl nicht zu verheimlichen. Was tun? Frage nach Hinten warum wir bei einem 0:1 die Abwehr auflösen und alle nur nach vorn marschieren? Nicht so sehr das Problem der zwei Gegentore, wir haben aus vielen Möglichkeiten NULL erzielt. Weg von den Distanzschüssen, über die Außenläufer rein in die 16, dort eine überzahl erzwingen und Tore aus Nahdistanz erzielen. Ein sehr guter Keeper kann auf die Dauer nicht alles abwehren.

So richtig wurde der Weckruf nicht gehört. Eigenen Angriff abgefangen, ausgekontert und 0:3 hinten. Der Drops gelutscht? Noch nicht ganz, es gab noch ein viertes Tor. Zwar wiederum ein klares Abseitstor, doch der Unparteiische sah es nicht. Seine vielen Fehlentscheidungen benachteiligten aber keine Mannschaft, das war so knapp Unentschieden. Das Problem waren wir selbst. Halbe Stunde noch, das 5:0 näher wie das 4:1. Doch dann kam dieser Ruck, das unbedingte Wollen. Spielverlagerung mehr nach Außen, weg von der Mitte. Die Löcher in der vielbeinigen Abwehr jetzt da und genutzt. Ilya, Schubi und Fischi brachten uns innerhalb von 5 Minuten wieder ins Spiel. Danach viel Leerlauf. Leider die Gunst der Stunde nicht in die Füße genommen den schnellen Ausgleich und das K.o. zu erzielen. Schubis Kracher in dieser Phase konnte im letzten Moment noch abgewehrt werden. Der Zug ging weiter in Richtung Tor der Grünen. Meine Spieler hatten Blut geleckt, waren Heiß und zerrissen sich auf dem Platz. Für mich gut das es kein planloses Anrennen war. Da wurde viel probiert, die Abwehr auseinander gerissen und der freie Mann im 16er auch gefunden. Matthias Fischer war durch und wollte aus 14 Meter zum Schuss ansetzen, dann kam das Foul. Tom verwandelte den fälligen Elfer sicher zum Ausgleich. Endlich wenigstens der eine Punkt. Dieser entsprach nicht meiner Erwartung war aber nach diesem Spielverlauf ein Grund mein schon fertig formuliertes Rücktrittsgesuch zu zerreißen. Fünf Minuten noch den möglichen Dreier mitzunehmen. Cosebaude war platt. Keine Gegenwehr mehr. Wir konnten aufspielen, die Abwehrspieler nach vorne schieben, Clemens seinen Lupfer brachte der Tormann noch knapp über die Latte. Die anschließende Ecke konnte Ilya am zweiten Pfosten nach viel Verwirrung im Strafraum ins Netz drücken. 3 Minuten noch plus 2 Nachspielzeit. Mit viel Kampf wurden diese überstanden.

Kurzanalyse: Die Umstellung in der Abwehr erwies sich als total daneben gegriffen von mir. Keine Entschuldigung, mein Fehler! Danke an die Truppe für diese kämpferische Leistung und der Glaube an sich selbst. Viele Schmerzen verdaut, hochgerappelt, gekämpft bis zum umfallen und nicht mehr möglich Geglaubtes wahr gemacht. Sehr starke zweite Halbzeit, in der alle spielerischen, taktischen, läuferischen und konditionellen Vorteile zum tragen kamen.

Aufstellung: Strauch, Petzold, Borch, Kauch, Hofmann, Schubert, Busch, Levental, Fischer, Kahle, Linden (87. Wenz)

Tore: 2x Levental, Schubert, Kahle, Fischer

FZL - Stammtisch

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