MS | VSM 99 Nord vs. SC Borea 2:3

D

er amtierende Meister zu Gast bei uns in der Meschwitzarena. Beide Teams in guter Besetzung, wir auch mal mit dem Luxus dreier Wechselspieler. An den Anfang will ich doch mal bewusst die ersten Zeilen des Cossebauder Schreiberlings stellen ..." Was denkt eigentlich der eine oder andere Mitspieler vor solch einem Spiel? Bestimmt das Gleiche wie alle anderen auch. Versuchen die Boreaner so lange wie möglich von einem Kantersieg abzuhalten..."!

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eine Vorstellungen nicht ganz so krass. Spielweise von Borea bekannt. Sicheres Ballhalten, hintenrum spielen und den Degenstoß mit präzisen Pässen auf die ständig rotierenden Spitzen setzen. Taktik gefragt. Doppel Sechser um die Räume eng zu halten, übergeben der Spitzen, verschieben, Räume eng machen. Das eigener Ballbesitz um druckvolles Spiel aufzubauen kaum möglich sein wird musste in die Köpfe meiner Jungs. Schwer dies klar verständlich zu machen. Aber wie soll man gegen eine Mannschaft bestehen die klasse Spieler von Bezirksliga bis ehemals Bundesliga Niveau in ihren Reihen hat? Kampfschwein auspacken, an die eigenen Grenzen gehen.

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lle guten Vorsätze nach zwei Minuten im Eimer! Kurzpassspiel durch die Mitte einer der beiden 6er nicht am Mann und der Zuckerpass aus 18 Meter direkt und ziemlich überraschend für Rene versenkt. Sah nicht so gut aus die große Lücke die der Schütze bekam. Das 0:2 ließ leider nicht lange auf sich warten. Gerade mal 15 Minuten gespielt und so etwas wie eine Vorentscheidung war da. Es spielte aber nicht nur der amtierende Meister, wir waren zwar auch auf dem Platz hatten aber viele Sorgen im eigenen Aufbau. Die schlechten Zuspiele und das nicht einhalten der in der Kabine besprochenen taktischen Vorgaben sahen uns ziemlich kläglich agieren. Neutrale Zuschauer bescheinigten uns eine nicht vorhandene Gegenwehr in der ersten 45 Spielminuten. Warum kamen wir nicht in die Puschen? Angsthasenfußball? Ja!! Wenig Selbstvertrauen in die eigenen Stärken. Führungsspieler mit vielen Fehlern die es dem Gegner leicht machten alles im Griff zu behalten. Das wir es dennoch können der Anschluss. Ilya tankte sich durch und legte für Triebschi auf der das Ding schön im langen Eck versenkte. Mit diesem für uns knappen Rückstand ging es in die Kabine.

Dort hatte ich schon einige Worte zu sagen. Lehrstunde der äußersten Nordlichter von Dresden erhalten! Ja und? Bessere Organisation auf dem Platz war gefragt. Mehr Biss, Zweikämpfe im Mittelfeld annehmen, Spiel ohne Ball in dieser Begegnung äußerst wichtig. Die Außenläufer, die Kilometer machten, mitnehmen, anspielen. Dort war die Abwehr des Meisters sehr verwundbar. Zumal alle Flanken auf den zweiten Pfosten immer für Gefahr sorgten. Den möglichen Ausgleich verhinderte zwei Mal das Aluminium, aus kurzer Entfernung, bekommste ein neues Büschel grauer Haare. Vorgabe für den zweiten Durchgang. Raus aus der Mitte, die Läufer schneller anspielen, Flanken bringen und dennoch eng am Mann stehen. Das ruhige gekicke aus dem Mittelfeld zurück in die Abwehr kann man sich eben nur bei einem Remis sorglos anschauen. Wir mussten handeln.

Das Spiel ähnlich wie im Durchgang eins. Leider auch nach 60 Minuten erfolgreich für Borea. Wer welchen Fehler gemacht hat will ich hier nicht ansprechen. Das Ding war bei konsequenter Handlungsweise nicht nötig. Der Gast drängte auf die vierte Kiste. Wir waren endlich, etwas zu spät, kampfbereit, viele sprangen über ihren Schatten und nahmen das Herz auch mal in die Füße. Die zweite Hälfte mit kleineren Vorteilen meiner Jungs. Der Anschlusstreffer zwar aus dem Nichts heraus (Robert kann einen Eckball völlig frei stehend versenken) aber nicht unverdient. Die letzten 15 Minuten zeigten wir endlich das Spiel was ich mir vorstellte. Nichts mehr zu sehen vom Meister. Druckvolles Spiel nach vorn sah eine bis dahin sehr souveräne agierende Mannschaft in arge Nöte. Sven (in der 60. Minute eingewechselt) belebte das Angriffsspiel enorm. Ilya aus dem letzen Astloch pfeifend ging unwiderstehlich nach vorn, der Drang auf den Ausgleich enorm. Es fehlte die letzte Konzentration beim Abschluss. Klar waren wir hinten offen wie das berühmte Scheunentor, doch wer das 3:3 erzwingen will kann auch das 2:4 schlucken. Leider war dann doch die Zeit abgelaufen und sah einen glücklich aber dennoch verdienten Sieger vom Platz gehen.

Kurzanalyse: Erste Halbzeit verpennt! Zu frühes Gegentor kassiert und damit alle Vorgaben über den Haufen geschmissen. Gegenwehr ja aber ohne Plan. Schreckgespenst für jeden übungsleiter. Zweimal zurück gekommen ohne die vorhandenen Schwächen des Gegners zu nutzen. Am Ende nackisch. Ich wollte die Taube und nicht den Spatz. Warum es nicht gelang? Keine falsche Diskussion ob so eine Truppe in den Freizeitsport gehört oder nicht! Diese Mannschaft ist verwundbar, bei besserer Torchancenauswertung die wir uns sehr gut erarbeitet haben ein Punkt möglich. Ich freue mich jedenfalls auf die zweite Begegnung in dieser Saison. Positiv aus meiner Sicht die zweite "Lunge" sprich Kondition aller Spieler noch mal Druck zu machen wo Freizeitteams nur noch den Schlusspfiff ersehnen. Alles Andere im grünen Bereich! Schiedsrichter Leistung usw.! Es war eben kein Freundschaftsspiel.

Austellung: Strauch, Krause, Borsch, Hoffmann, Fiedler, Petzold (60. Hoffmann), Linden, Kahle, Levental, Busch (75. Müller), Triebsch

Tore: Triebsch, Linden

FZL - Stammtisch

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